Gemeindeportrait

Geografische Lage
Niederwil liegt im aargauischen Reusstal, im Bezirk Bremgarten. Das Gemeindegebiet erstreckt sich vom Reussufer über die Reussebene bis an den Osthang des Hügelzuges zwischen Reusstal und Bünztal, Wagenrain genannt.

Die Nachbargemeinden sind Stetten im Norden, Künten im Osten, Fischbach-Göslikon im Südosten, Wohlen im Süden, Hägglingen im Westen und Tägerig im Nordwesten.

Geschichte
Die ersten Spuren über die Besiedlung reichen bis in die Römerzeit zurück. Urkundlich nehmen Niederwil und Nesselnbach mit dem Jahre 893 ihren Anfang. Gnadenthal war ein Frauenkloster, das um 1250 entstand und dem Zisterzienserorden angehörte. Das Kloster Gnadenthal wurde 1876 durch Beschluss des Grossen Rates aufgehoben.
Die politische Gemeinde Niederwil besteht aus den drei Ortsteilen Niederwil, Nesselnbach und Gnadenthal. Nesselnbach bildete zusammen mit Gnadenthal bis 1900 eine selbständige Gemeinde und wurde 1901 mit Niederwil verschmolzen.

Gemeindewappen 
Das 1953 geschaffene Gemeindewappen versinnbildlicht die drei Ortsteile. Die obere Schildhälfte in rot mit zwei schrägrechten weissen Balken steht für die Berner Herren von Wil. Der mittlere, schwarze Balken, welcher rot-weiss geschachtet ist, steht für das Gnadenthal als Zeichen des Zisterzienserinnen Klosters. Der untere Teil mit dem durch das grüne Feld fliessenden Bach ist das Sinnbild für Nesselnbach.

Bevölkerung
Bis 1960 stieg die Einwohnerzahl nur sehr leicht an (1192 Einwohner). Danach folgte, wie in vielen Gemeinden des Bezirks Bremgarten, ein regelrechter Bauboom, begünstigt durch die Nähe zur Stadt Zürich. Allein zwischen 1985 und 1990 zogen mehr als 500 neue Einwohner nach Niederwil.
Trotz des starken Bevölkerungswachstums ist Niederwil eine Gemeinde mit einem äusserst intakten Dorfleben geblieben. Dazu tragen insbesondere die verschiedenen Dorfvereine mit ihrem breiten Angebot für die Freizeitgestaltung bei. Die Gemeinde zählt heute rund 2850 Einwohner.

Wirtschaft
Bis zum zweiten Weltkrieg war Niederwil vorwiegend ein Bauerndorf mit einigen bescheidenen Gewerbebetrieben. Heute präsentiert sich Niederwil als attraktive Wohngemeinde mit verschiedenen, kleineren Gewerbe-, Industrie- und Dienstleistungsbetrieben. Zusammen mit dem Reusspark - dem Zentrum für Pflege und Betreuung - werden rund 850 Arbeitsplätze vorwiegend in kleineren und mittleren Unternehmen angeboten.

Verkehr
Niederwil liegt am Schnittpunkt zweier Hauptstrassen, von Wohlen nach Baden sowie von Bremgarten nach Brugg. Der Durchgangsverkehr in Süd-Nord-Richtung wird am Dorf vorbei geführt. Bei Gnadenthal führt ein Brücke über die Reuss. Niederwil und Nesselnbach werden durch zwei Postautolinien an das Netz des öffentlichen Verkehrs angeschlossen, von Wohlen über Stetten nach Mellingen sowie von Bremgarten über Mellingen nach Baden.

Bildung
Niederwil bietet folgende Schulstufen an: Kindergarten, Primarschule, Realschule und Sekundarschule. Die Bezirksschule kann in Mellingen, Wohlen oder Bremgarten besucht werden.

Sehenswürdigkeiten
Die überlieferte Geschichte der katholischen Pfarrkirche St. Martin reicht bis ins Jahr 1045 zurück, die Kirche entstand über den Ruinen des römischen Gutshofes. 1690/91 erfolgte ein vollständiger Neubau als ländlich-barocke Saalkirche. Markantestes äusseres Merkmal ist der Zwiebelturm.
Ältester Profanbau des Dorfes ist die 1571 erbaute Alte Mühle, ein gedrungener Mauerbau mit Satteldach. Baulich interessant ist auch die Heiligkreuz-Kapelle in Nesselnbach.
Sehenswert ist das an der Reuss gelegene ehemalige Zisterzienserinnenkloster Gnadenthal, mit spätbarocker Kirche und Kreuzgang. Dem Kloster angegliedert ist ein Pflegeheim, das auch einen kleinen Tierpark besitzt.
Die Niederwiler Landschaft ist reich an Naturschutzobjekten mit einem grossen Artenreichtum an seltenen Pflanzen und Tieren, namentlich Amphibien.